Garten-Boom (Corona-Ära)

Die Nachfrage fällt (-32 % ggü. Vorjahr) — ein Einstieg jetzt investiert in eine kippende Kurve.
Nach welcher Regel? (offengelegt)
Die Empfehlung folgt einer festen, offengelegten Regel (Version v1, eingefroren am 04.08.2026) — keine Einzelfall-Meinung, keine Zeitprognose: REIN: Jahreswachstum > +80 % und Momentum (letzte 3 Monate vs. Vorjahr) > +20 %. REIN MIT DIFFERENZIERUNG: Jahreswachstum > +20 %. WARTEN/EVERGREEN: Jahreswachstum zwischen −15 % und +20 %. FINGER WEG: Jahreswachstum < −15 % — bei vorherigem starkem Anstieg gilt der Trend als „über Zenit". Saisonale Muster (Spitzenmonat > 2,2× Monatsmittel) werden nicht als Trend gewertet. Dieselbe Regel wurde rückwärts über 6 Jahre Historie getestet — Ergebnis inkl. aller Fehlgriffe auf der Scoreboard-Seite.
Die Nachfrage zieht ab Februar an und erreicht im April ihren Höhepunkt. Wer Ware führen will, disponiert am besten im Januar.
Für „garten ideen" kommen 15.258 Suchen pro Monat bei Google und 1.159 bei Amazon zusammen. Überwiegend Recherche. Das Thema ist erklärungsbedürftig, ohne Inhalte verkauft es sich schwer.
Das Material altert. Der mittlere Beitrag ist 24 Monate alt, 11 Kanäle sind vertreten. Eine aktuelle Aufbereitung kann sich lohnen.
Gemessen an den 15 führenden YouTube-Treffern in Deutschland. Zeigt das Angebot, nicht die Nachfrage.
Was wurde aus diesem Trend?
In den Corona-Jahren wurde der eigene Garten zum Projektfeld der Nation: Gewächshäuser wurden selbst gebaut, Terrassen angelegt, Hochbeete geplant. Die Nachfrage nach Garten-Ideen, Bauanleitungen und Material explodierte — Baumärkte und Garten-Content-Seiten erlebten Rekordjahre. Dieser Boom war real, aber er war an eine Ausnahmesituation gekoppelt. Mit dem Ende der Sondersituation ist auch die Sondernachfrage gegangen: Der große Selbermach-Garten-Boom ist endgültig vorbei.
Was unsere Daten zeigen
Die Suchcluster rund um „garten ideen“, „gewächshaus selber bauen“ und „terrasse bauen“ liegen im 12-Monats-Schnitt noch bei rund 26.000 monatlichen Anfragen — aber die Richtung ist eindeutig: −30 % gegenüber Vorjahr, Momentum ebenfalls −30 %, und gegenüber dem Hoch der Corona-Jahre fehlen teils 60 % des Volumens. Wenn Jahresvergleich und Kurzfrist-Momentum gleichauf zweistellig fallen, gibt es keine saisonale Ausrede mehr: Die Kurve fällt strukturell.
Warum die Kurve kippte
Der Boom lebte von zwei Effekten, die beide aufgebraucht sind. Erstens Nachholeffekte: Wer 2020 bis 2022 zu Hause festsaß, hat sein Gartenprojekt umgesetzt — die Terrasse steht, das Gewächshaus auch. Solche Projekte macht man nicht jedes Jahr neu. Zweitens Budgetverschiebung: Die frei gewordenen Mittel wandern wieder in Reisen und zunehmend in Energie-Projekte am Haus. Die Zielgruppe ist nicht verschwunden, sie priorisiert nur anders.
Finger weg — oder?
Für Agenturen & Marketer: DIY-Garten-Kampagnen und Ratgeber-Portale nach Corona-Vorbild treffen auf ein Drittel weniger Nachfrage bei unverändert viel Bestands-Content — die Sichtbarkeitskosten stehen in keinem Verhältnis mehr zum Potenzial. Für E-Commerce: Kein Aufbau neuer Sortimente rund um Garten-Großprojekte. Was bleibt: Pflege, Ersatz und Saisonartikel für die vielen in der Boom-Zeit angelegten Gärten, Terrassen und Gewächshäuser — Bestandsgeschäft statt Projektgeschäft. Für Content-Creator: Neue „Garten-Ideen“-Kanäle starten gegen ein übersättigtes Archiv aus den Boom-Jahren; wer im Thema bleiben will, bedient besser die Pflege- und Instandhaltungsfragen der bestehenden Projekte.
Was stattdessen
Das Budget der Zielgruppe ist dorthin gewandert, wo Haus und Garten weiterhin investiert wird: in Energie-Projekte — von der Balkon-Photovoltaik über Speicher bis zur energetischen Modernisierung. Wer die Haus-und-Garten-Zielgruppe erreichen will, findet sie 2026 eher beim Thema Energie als beim Hochbeet. Der Garten selbst bleibt als Pflege- und Bestandsthema bestehen, trägt aber kein Wachstumsgeschäft mehr.
Quellen: Google-Suchvolumen Deutschland 08/2020–06/2026 (DataForSEO).