PR & B2B-Sichtbarkeit

Die Nachfrage fällt (-42 % ggü. Vorjahr) — ein Einstieg jetzt investiert in eine kippende Kurve.
Nach welcher Regel? (offengelegt)
Die Empfehlung folgt einer festen, offengelegten Regel (Version v1, eingefroren am 04.08.2026) — keine Einzelfall-Meinung, keine Zeitprognose: REIN: Jahreswachstum > +80 % und Momentum (letzte 3 Monate vs. Vorjahr) > +20 %. REIN MIT DIFFERENZIERUNG: Jahreswachstum > +20 %. WARTEN/EVERGREEN: Jahreswachstum zwischen −15 % und +20 %. FINGER WEG: Jahreswachstum < −15 % — bei vorherigem starkem Anstieg gilt der Trend als „über Zenit". Saisonale Muster (Spitzenmonat > 2,2× Monatsmittel) werden nicht als Trend gewertet. Dieselbe Regel wurde rückwärts über 6 Jahre Historie getestet — Ergebnis inkl. aller Fehlgriffe auf der Scoreboard-Seite.
Die Aufmerksamkeit zieht ab März an und erreicht im Mai ihren Höhepunkt. Inhalte dazu wirken am besten, wenn sie im April stehen.
Für dieses Thema liegt kein Amazon-Suchvolumen vor. Das spricht meist dafür, dass es nichts ist, was über Amazon gekauft wird.
13 Kanäle teilen sich das Feld, der stärkste steht 2 Mal in den Top-Treffern. Ohne eigenen Blickwinkel wird es schwer.
Gemessen an den 15 führenden YouTube-Treffern in Deutschland. Zeigt das Angebot, nicht die Nachfrage.
Was hier passiert
Die These klang schlüssig: Wenn KI-Suchmaschinen Antworten direkt generieren, wird klassische PR — Medienpräsenz, Expertenstatus, Marke — zur neuen Sichtbarkeitswährung, und die Nachfrage nach PR-Agenturen und Personal Branding müsste steigen. Die deutschen Suchdaten erzählen jedoch das Gegenteil: Das Interesse an beiden Begriffen ist massiv eingebrochen. Der erwartete GEO-Nebeneffekt findet in der Suchnachfrage bislang schlicht nicht statt.
Was unsere Daten zeigen
Die Keywords „pr agentur“ und „personal branding“ erreichen Ø 3.831 Suchen/Monat. Der Jahresvergleich liegt bei −42 % — der steilste Rückgang dieser Ausgabe. Das Momentum von −21 % zeigt, dass der Fall sich zuletzt verlangsamt hat, aber weiter anhält: keine Bodenbildung, keine Trendwende. Dass Agentur-Suche und Selbstvermarktungs-Begriff parallel fallen, spricht gegen einen Einzeleffekt — hier kühlt ein ganzes Themenfeld ab.
Warum die Kurve kippt
Die naheliegendste Erklärung ist unbequem: PR- und Branding-Budgets sind in wirtschaftlich angespannten Zeiten traditionell die ersten, die fallen — und die Beratungs-Nachfrage folgt den Budgets. Dazu kommt ein Rechercheweg-Effekt: Wer heute einen Dienstleister sucht, fragt zunehmend KI-Assistenten statt Google — ausgerechnet die Disziplin, die von der KI-Suche profitieren wollte, verliert durch sie ihre messbare Such-Nachfrage. Und der Begriff Personal Branding trägt inzwischen Abnutzungsspuren: Er klingt nach 2020er-LinkedIn, nicht nach Zukunft.
Was das jetzt bedeutet
Für Agenturen & Marketer: Wer selbst PR- oder Branding-Leistungen anbietet, kann sich nicht auf eingehende Suchnachfrage verlassen — Neugeschäft entsteht derzeit über Empfehlung, Netzwerk und aktiven Vertrieb, nicht über die Google-Suche. SEO-Investitionen in diese Keywords sind schwer zu rechtfertigen. Für Gründer & Investoren: Tools und Plattformen, die auf einen wachsenden PR-/Branding-Beratungsmarkt wetten, sollten den Business Case gegen diese Zahlen neu rechnen — nicht mehr einsteigen, solange die Kurve fällt. Für Content-Creator: Kurs- und Ratgeber-Content unter dem Label Personal Branding verliert Publikum; wer das Thema besetzt, sollte auf die Begriffe achten, unter denen die Nachfrage weiterlebt — etwa Sichtbarkeit in KI-Antworten — statt am alten Vokabular festzuhalten.
Ausblick
Kurzfristig spricht nichts für eine Erholung; das verlangsamte Momentum deutet allenfalls auf eine Bodenbildung auf deutlich niedrigerem Niveau hin. Strategisch bleibt die Ausgangsthese interessant — Markenbekanntheit als Rankingfaktor in KI-Antworten —, aber sie materialisiert sich bisher nicht in Suchnachfrage nach klassischen PR-Begriffen. Zu beobachten ist, unter welchem neuen Vokabular dieses Bedürfnis wieder auftaucht; dieses Keyword-Set jedenfalls hat seinen Zenit hinter sich.
Quellen: Google-Suchvolumen Deutschland 08/2020–06/2026 (DataForSEO); analysierte Keywords: „pr agentur“, „personal branding“.