Ein Content-Briefing ist eine kurze Seite, die vor dem Schreiben festhält, für wen ein Text ist, welche Frage er beantwortet und was vor der Veröffentlichung noch geprüft wird. Du brauchst es, wenn du Texte für andere schreibst oder schreiben lässt, etwa als Content-Freelancer oder in einer kleinen Agentur. Am Ende hast du ein Blatt, das dein Auftraggeber lesen kann, bevor der erste Absatz entsteht.
Direkt zur Vorlage mit den neun Feldern
Vom Suchthema zum Auftrag
Angenommen, du sollst für eine Agentur, die Onlineshops betreut, einen Blogbeitrag über KI-Bildbearbeitung schreiben. Damit ist das Themenfeld umrissen. Offen bleibt, welche Frage der Artikel beantworten soll: Geht es um die Werkzeugwahl, um bessere Produktfotos oder um die Kontrolle bearbeiteter Bilder? Jede dieser Fragen führt zu einem anderen Text. Das Briefing hält deine Entscheidung fest.
Die Themenwahl beginnt mit deinem Kunden und dessen Publikum. Ein Suchbegriff kann interessant sein, weil viele Menschen ihn eingeben. Für deinen Auftrag muss er außerdem eine Frage berühren, die der Kunde sinnvoll beantworten kann. Wie du Themen findest und gegeneinander abwägst, steht im Artikel Content-Ideen finden.
Für unseren angenommenen Shopkunden lautet die Frage: „Wie kontrolliere ich ein Produktfoto, nachdem ich seinen Hintergrund mit KI verändert habe?“ Das ist enger als „Was kann KI-Bildbearbeitung?“. Der Leser soll anschließend sein bearbeitetes Foto mit dem Original vergleichen können. Dieses Ziel hilft dir bei jeder weiteren Entscheidung: Gehört eine Aussage zur Bildkontrolle, oder führt sie vom Auftrag weg?
Die Vorlage mit neun Feldern, ausgefüllt für einen Shopkunden
Das Beispiel unten ist ein hypothetischer Arbeitsauftrag. Es beschreibt keinen bereits erledigten Kundentest. Du kannst die Felder ohne Konto in ein eigenes Dokument übernehmen. Unter jedem Feldnamen steht, was dort hineingehört, darunter das Beispiel.
- Projekt
- Wofür ist der Text gedacht?
- Ein Ratgeber für den Blog einer Agentur, die kleine Onlineshops betreut.
- Leser
- Wer liest den Text und was weiß die Person schon?
- Shopbetreiber, die ihre Produktfotos selbst vorbereiten und wenig Erfahrung mit Bildbearbeitung haben.
- Hauptfrage
- Welche eine Frage beantwortet der Text?
- Wie kontrolliere ich ein Produktfoto nach einem Hintergrundtausch mit KI?
- Tonfall
- Wie soll der Text klingen?
- Sachlich, verständlich und mit konkreten Prüfschritten. Fachbegriffe werden beim ersten Auftreten erklärt.
- Suchbegriff
- Unter welchem Begriff soll der Text gefunden werden?
- „bilder mit ki bearbeiten“
- Format und Umfang
- Welche Textsorte, wie lang?
- Blogartikel. Die Länge legst du mit dem Auftraggeber fest.
- Geplanter Aufbau
- In welcher Reihenfolge erklärst du es?
- Das Ausgangsfoto vorstellen, die gewünschte Änderung beschreiben, den Bearbeitungsschritt dokumentieren, Original und Ergebnis vergleichen und daraus eine Kontrollliste ableiten.
- Eigener Beitrag, noch offen
- Was kannst nur du liefern, und was fehlt dafür noch?
- Einen Versuch mit einem eigenen oder dafür verwendbaren Foto durchführen. Anschließend Form, Farbe, Proportionen, Beschriftung und sichtbare Produktdetails vergleichen. Werkzeug, Vorgehen und tatsächlich beobachtete Abweichungen festhalten.
- Prüfung und Freigabe
- Was wird vor der Veröffentlichung geprüft, und wer gibt frei?
- Prüfen, welche Aussagen der Versuch trägt, welche weitere Belege brauchen und ob die verwendeten Bilder für die Veröffentlichung geeignet sind. Die Freigabe liegt beim Auftraggeber.
Besprich dieses Blatt mit deinem Auftraggeber, bevor du schreibst. Vielleicht möchte er zuerst klären, welches Ausgangsfoto sich für den Versuch eignet. Dann ändert sich die Hauptfrage, bevor ihr einen langen Text überarbeitet. Das Ergebnis des Bildversuchs trägst du erst ein, wenn du ihn durchgeführt hast. Solange es fehlt, bleibt es eine offene Aufgabe.
So füllst du die Felder aus
Fang bei der Hauptfrage an, die anderen Felder richten sich danach. Prüfe dann bei jeder Aussage, die in den Text soll, ob sie die Hauptfrage beantwortet. Wenn nicht, streichst du sie oder hebst sie für einen anderen Beitrag auf.
Danach sammelst du die Aussagen und notierst zu jeder, woher sie stammt. Eine Aussage ohne Beleg braucht vor der Veröffentlichung weitere Prüfung. Auch bei einem Link lohnt sich der Blick in die Quelle: Behandelt sie genau den Sachverhalt, den du erklären möchtest? Ist die Information noch aktuell? Eine allgemeine Behauptung über die Zuverlässigkeit eines Werkzeugs wäre zum Beispiel erst brauchbar, wenn du sie belegen kannst.
Beim Aufbau hilft eine einfache Reihenfolge für Anleitungen: vom Ausgangsproblem über das passende Material und die Schritte am eigenen Beispiel bis zum Vergleich und zur abschließenden Kontrolle. Dein eigenes Wissen ergänzt diese Reihenfolge. Es ist das, was kein anderer Text zum Thema enthält.
Was du vor der Übergabe prüfst
Lies den fertigen Entwurf zuerst mit der Hauptfrage im Blick. Danach gehst du diese Liste durch:
- Beantwortet der Text die Hauptfrage tatsächlich?
- Hat jede Aussage einen Beleg, und sagt die Quelle genau das?
- Steht dein eigenes Beispiel im Text, mit Werkzeug und Vorgehen?
- Sind Passagen gestrichen, die du nicht vertreten kannst?
- Dürfen die verwendeten Bilder so veröffentlicht werden?
Wie du einzelne Aussagen gegen ihre Quellen prüfst, zeigt der Artikel KI-Texte auf Fakten prüfen. Automatische Prüfungen finden vieles, aber nicht alles. Sie entscheiden nicht, ob jede Behauptung sachlich stimmt. Lies deshalb auch einen Text ohne auffällige Befunde vollständig gegen. Gib dem Auftraggeber den Entwurf zusammen mit dem Briefing, dann bleibt nachvollziehbar, wovon der Text ausging.
Das Content-Briefing in Trendvorsprung umsetzen
Wenn du die Felder nicht von Hand füllen möchtest: Auf der Themenseite zur KI-Bildbearbeitung findest du den Einstieg in das zugehörige Content-Briefing. Es ist Teil von Trendvorsprung Pro. Das Briefing zu diesem Thema enthält unter anderem die Beitragsart, mögliche Blickwinkel, Leserfragen, Aussagen mit Beleg, Raum für deinen eigenen Beitrag und eine Prüfliste. Im Block „So suchen die Leute danach“ stehen die Suchbegriffe des Themas im Wortlaut. Dazu gehören „bilder mit ki bearbeiten“, „ki bild bearbeiten“, „bildbearbeitung ki“ und „fotos mit ki bearbeiten“.
Die Begründung „Warum dieses Thema“ steht getrennt vom Material für den Beitrag. So kannst du deinem Kunden erklären, warum du ein Thema aufgreifst, und dich beim Schreiben auf die Frage deines Lesers konzentrieren. Bei unserem Shopbeispiel wählst du einen passenden Blickwinkel aus und trägst die genauere Frage zur Produktkontrolle selbst ein.
Deine Auswahl legst du als gespeichertes Briefing ab. Dazu kannst du Leser, Tonfall, einen freiwilligen Firmen- oder Projektnamen sowie Termin und Notiz festhalten. Das gespeicherte Briefing lässt sich als PDF, Markdown oder JSON herunterladen und weitergeben. Wenn sich der Auftrag ändert, legst du eine neue Fassung an; die vorherige bleibt lesbar.
Leser und Tonfall gehen in die bestellten Entwürfe ein, wenn du deine Auswahl gespeichert oder ein gespeichertes Briefing geladen hast. Prüfe vor der Bestellung den entsprechenden Hinweis im Formular. Du kannst Blog, LinkedIn, Instagram und Newsletter aus derselben Auswahl bestellen. Jedes Format entsteht als eigener Entwurf, und kürzere Formate übernehmen weniger Aussagen. Beim Blog gehört ein Beitragsbild zur Bestellung. Für LinkedIn und Instagram wählst du zwischen Text und Text mit Bild, der Newsletter wird als Text erstellt. Die anfallenden Credits stehen vor dem Bestellen im Formular. Ein erzeugtes Begleitbild ersetzt keinen eigenen Vorher-Nachher-Versuch für deine Anleitung.
Wenn du es ausprobieren möchtest, nimm einen konkreten Kundenauftrag und formuliere die Frage, die dein Leser beantwortet haben soll. Öffne dann das Content-Briefing zur KI-Bildbearbeitung, wähle passendes Material und speichere deine Auswahl.
Du schreibst für Kunden? So sieht das für Texter und Agenturen aus →
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