Saisonthemen planst du rückwärts, und zwar vom Anstieg aus: vom Monat, in dem die Nachfrage zu steigen beginnt, nicht vom Monat mit der höchsten Nachfrage. Bis Ende des Monats davor sollte dein Beitrag stehen. Zieht ein Thema im November an, heißt das: fertig bis Ende Oktober.
Das klingt früh. Planst du aber für mehrere Kunden im Monatsrhythmus und entsteht der Novemberplan erst Ende Oktober, gehen die Beiträge frühestens mit dem Anstieg online. Braucht ein Kunde dann noch zwei Wochen für die Freigabe, erscheint der Beitrag mitten im Anstieg, und du schreibst einem Thema hinterher, das du hättest kommen sehen können.
Die Monate in diesem Beitrag stammen aus dem Google-Suchvolumen für Deutschland in den Jahren 2023, 2024 und 2025. Sie beschreiben ein Muster und keine Vorhersage. Auch ein rechtzeitig fertiger Beitrag bringt nicht von selbst Besucher.
Warum der Anstieg den Termin setzt
Wer an Weihnachten oder Silvester Gäste bewirtet, plant Einkauf und Abend vorher. Das zeigt sich in der Nachfrage. Beim Thema „Raclette-Pfännchen“ lag die Spitze in den Jahren 2023, 2024 und 2025 im Dezember. Im Mittel dieser Jahre zog die Nachfrage aber schon im November an. Ein Beitrag, der bis Ende Oktober steht, ist also online, bevor es losgeht. Er kann dann Fragen beantworten wie „Was kann man vor einem Raclette-Abend schon vorbereiten?“ oder „Welche Raclette-Pfännchen kommen ohne Fleisch aus?“.
Der Anstieg hilft dir auch im Kundentermin. Fragt dein Kunde, warum ein Beitrag mit Weihnachtsbezug schon im Oktober fertig sein soll, antwortest du mit dem Muster: In den Vorjahren zog die Nachfrage im November an, also steht der Beitrag bis Ende Oktober. Das kann dein Kunde selbst nachprüfen.
So erkennst du ein Saisonthema
Ein Saisonthema kommt jedes Jahr zur selben Zeit wieder. Ein einzelnes starkes Jahr reicht als Beleg nicht, denn dahinter kann ein Zufall stecken, etwa ein Fernsehbericht oder ein früher Frost. Schau dir deshalb mindestens drei Jahre an, zum Beispiel in Google Trends mit den Einstellungen Deutschland und „Letzte 5 Jahre“. Notier für jedes Jahr den Monat mit der höchsten Nachfrage. Ist es jedes Jahr derselbe Monat oder ein direkt benachbarter, hast du ein Muster.
Dann suchst du den Anstieg. Geh dafür von der Spitze Monat für Monat zurück: Der Anstieg ist der früheste Monat, ab dem die Nachfrage bis zur Spitze ohne Unterbrechung mindestens auf ihrem Jahresmittel liegt. Bei manchen Themen baut sie sich über Wochen auf, bei anderen kommt sie fast auf einen Schlag.
Beim Thema „Kürbis schnitzen“ zählen wir die Suchen nach Vorlagen, etwa „Kürbis schnitzen Vorlage“ oder „Halloween Kürbis Vorlage“. Anstieg und Spitze lagen in den Vorjahren beide im Oktober. Wer Vorlagen anbietet und sie erst im Oktober zeichnet, ist spät dran, denn fertig sein sollten sie bis Ende September. Liest du das im Oktober, notier dir das Thema fürs nächste Jahr und leg den Start in den August.
Manche Themen haben zwei Spitzen. Beim Thema „Eierlikör selber machen“ lag die größere im Mittel der Vorjahre zum Jahresende, eine kleinere zu Ostern. 2024 wurde zu Ostern sogar mehr gesucht als im Dezember. Bei solchen Themen springt der stärkste Monat von Jahr zu Jahr, deshalb schaust du dir beide Spitzen getrennt an. Einen Beitrag aus dem Herbst kannst du vor Ostern auffrischen und noch einmal teilen.
Rückwärts planen in fünf Schritten
Steht der Anstieg fest, rechnest du vom Ende zum Anfang:
- Setz den Fertig-Termin. Er liegt am Ende des Monats vor dem Anstieg. Zieht ein Thema im November an, fällt er auf den 31. Oktober.
- Wähl die Leserfrage. Überleg, was jemand im Monat des Anstiegs wissen will, also vor dem Anlass und nicht am Tag selbst.
- Plan dein eigenes Material ein. Fotos und Tests haben eigene Wartezeiten: Das Testgerät muss geliefert sein, das Licht muss passen. Wenn du testest, beginnt der Test, bevor du schreibst.
- Trag die Freigabe als eigenen Termin ein. Schau nach, wie lange dein Kunde zuletzt für eine Freigabe gebraucht hat, und leg ein paar Tage Puffer drauf.
- Zähl vom Fertig-Termin zurück. Zuerst die Freigabe mit Puffer, dann deine Schreibzeit, dann das Material. Das Ergebnis ist dein Starttag. Trag ihn zusammen mit Thema und Fertig-Termin in deinen Kalender ein.
Wenn du für mehrere Kunden planst, hilft eine zweite Zeile im Monatsplan. Schreibst du im September den Oktoberplan, notierst du darunter schon die Saisonthemen, die im November anziehen. So landen sie nicht erst im Novemberplan. Einen eigenen Termin braucht die zweite Zeile nicht, sie läuft im bestehenden Plan mit.
Das hilft, weil Planen Zeit kostet: Im Social Media Report 2025 von Swat.io steht „Inhalte planen und erstellen“ auf Platz 2 der größten Herausforderungen, gleich nach dem Mangel an Zeit und Budget. Es ist eine Umfrage des Anbieters in der DACH-Region mit 826 Teilnehmenden.
Beispiel: ein Oktober mit drei Kunden
Kunden, Termine und Freigabezeiten in diesem Beispiel sind erfunden. Nur die Monate stammen aus den Daten der Jahre 2023 bis 2025. Angenommen, du betreust drei kleine Firmen: einen Hofladen, ein Haushaltswarengeschäft und einen Fensterbauer. Du planst am 1. Oktober.
| Kunde | Thema | Anstieg | Spitze | Fertig bis | Leserfrage für den Beitrag |
|---|---|---|---|---|---|
| Hofladen | Eierlikör selber machen | November | Dezember | Ende Oktober | „Wie verpackt man Eierlikör als Geschenk?“ |
| Haushaltswaren | Raclette-Pfännchen | November | Dezember | Ende Oktober | „Welche Raclette-Pfännchen kommen ohne Fleisch aus?“ |
| Fensterbauer | Kondenswasser am Fenster | Oktober | November | Ende September | „Warum beschlagen Fenster von innen?“ |
Beim Hofladen und beim Haushaltswarengeschäft hast du bis Ende Oktober Zeit. Die letzte Freigabe des Hofladens hat zehn Tage gedauert. Mit fünf Tagen Puffer geht der Entwurf spätestens am 16. Oktober raus. Rechnest du drei Tage fürs Schreiben, fängst du spätestens am 13. Oktober an. Davor brauchst du die Fotos der verpackten Flaschen, am besten vom nächsten Abfülltag im Laden. Füllt der Laden am 8. Oktober ab, ist das dein Starttag.
Für das Haushaltswarengeschäft planst du einen Beitrag mit Füllideen ohne Fleisch. Die Pfännchen stehen im Regal, fotografieren kannst du also jederzeit.
Beim Fensterbauer bist du nach der Regel schon spät, denn fertig sein sollte der Beitrag bis Ende September. Die Spitze lag in den Vorjahren aber erst im November. Erscheint der Beitrag in der ersten Oktoberhälfte, steht er noch vor der Spitze, wenn auch nicht mehr vor dem Anstieg. Schreib ihn knapp und beantworte die eine Frage gründlich. Beschlagene Scheiben fotografierst du am ehesten an einem kalten Morgen. Im Plan fürs nächste Jahr steht das Thema dann schon im August.
Im Saisonkalender nachsehen
Die Muster musst du nicht selbst aus Verläufen ablesen. Im Saisonkalender von Trendvorsprung stehen Themen, deren Nachfrage in den Jahren 2023, 2024 und 2025 jeweils zur selben Zeit ihre Spitze erreicht hat. Sie sind nach dem Monat geordnet, in dem der Anstieg beginnt. Die Karten nennen den Anstieg und den Monat, bis zu dem deine Inhalte stehen sollten. Welche Themen nach dem Muster der Vorjahre im November anziehen, zeigt die Novemberseite. Zu einigen Saisonthemen gibt es eine eigene Seite mit Leserfragen und Ansätzen für deine Inhalte, zum Beispiel beim Thema „Raclette-Pfännchen“. Wie der Anstieg bestimmt wird, steht in der Methode.
Der Kalender zeigt je Monat eine Auswahl, nicht jedes Saisonthema. Er beschreibt die Vorjahre. Ob sich das Muster wiederholt, zeigt erst das laufende Jahr. Welches Thema zu deinem Kunden passt, entscheidest weiterhin du.
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